Herkunftskette und Bestandteile
Was vor dieser Fassung war, was hineingeflossen ist — und wo die Anzeige aufhört.
Drei Begriffe, drei Ebenen. Das Manifest ist der signierte Kern der Content Credentials und beschreibt den aktuellen Zustand. Die Kette sind seine Vorgänger. Die Bestandteile sind das, was in diesen Zustand eingeflossen ist.
Die Kette
Auf der Ergebniskarte steht die Kette im ersten Reiter, „Herkunftskette“, von oben nach unten: der neueste Zustand zuoberst, mit „Aktuell“ ausgezeichnet, darunter seine Vorgänger. Jeder Schritt zeigt die Anwendung, die das Manifest erzeugt hat, den Signierzeitpunkt oder „ohne Zeitstempel“ und das im Manifest mitgeführte Vorschaubild. Fehlt das Vorschaubild, hat der Unterzeichner keines eingebettet.
Hat ein Schritt die Prüfung nicht bestanden, steht bei ihm zuerst, was für ein Fehler es ist: „Nach dem Signieren verändert“, „Zertifikat nicht gültig“ oder „Entspricht nicht dem C2PA-Standard“. Darunter steht in einem Satz, was genau nicht stimmt, und „Angaben aus diesem Schritt sind nicht belastbar.“ Die Prüfcodes stehen unter „Technische Details“, und die inhaltliche Einstufung des Schritts, etwa „Mit generativer KI erzeugt“, entfällt. Das gilt auch für Vorgänger: Ein Derivat kann selbst gültig sein und trotzdem ein Original tragen, dessen Prüfung beim Signieren fehlschlug. Ein Aussteller außerhalb der Trust-Liste allein macht einen Schritt nicht ungültig.
Fremde Manifeste bleiben erhalten. Eine Kamera, Adobe, ein Bildgenerator — was eine Datei an Vorgeschichte mitbrachte, wird nie entfernt.
Bearbeitungsschritte und Bestandteile
Der Reiter „Bearbeitungsschritte“ zeigt die Schritte des aktuellen Manifests, in der Reihenfolge, in der sie eingetragen wurden — „Geöffnet“, „Zugeschnitten“, „Skaliert“, „Text eingefügt“ und die übrigen. Ein Schritt mit weiteren Angaben lässt sich aufklappen: Zeitpunkt, Agent, Parameter, Quelltyp, Beschreibung.
Darunter die „Bestandteile“, jeder mit seiner Rolle: Ausgangsbild, Bestandteil oder Eingabe. Die verwendete Anwendung und den Aussteller nennt schon der Abschnitt „Content Credentials“, unter „Erstellt mit“ und „Signiert von“.
Die inhaltliche Einstufung
Die Angabe zur Entstehung — „Digitalaufnahme“, „Mit generativer KI erzeugt“, „Mit generativer KI bearbeitet“, „Montage mit KI-Elementen“, „Bildschirmaufnahme“ und weitere — stammt aus dem IPTC-Vokabular, einer festen Liste. verstag übernimmt sie beim Import aus der Datei und erfindet sie nie.
Sie steht im Abschnitt „Content Credentials“ unter „Quelle (laut Herkunftskette)“ und, wenn ein einzelner Bearbeitungsschritt sie trägt, aufgeklappt unter „Quelltyp“. Fehlt sie, heißt das nicht „kein KI-Bild“ — die meisten Dateien tragen diese Angabe nicht.
Auf der Ergebniskarte steht nur, was aus gültigen Schritten stammt. Steht eine KI-Angabe allein in einem Vorgänger, dessen Prüfung fehlschlug, erscheinen dort weder „Quelle“ noch „KI-Quelle“. Für die Kennzeichnungspflicht zählt sie trotzdem, und in der Bibliothek steht sie nach dem Speichern ebenfalls: Dort liest verstag die ganze Kette, denn im Zweifel ist „KI“ die sichere Seite.
Wo die Anzeige aufhört
Höchstens 10 Kettenschritte und 20 Bestandteile werden angezeigt. Ist die Kette länger, endet die Liste mit „… weitere Schritte vorhanden (Anzeige begrenzt)“. Sehr lange Werte und Beschreibungen werden nicht angezeigt.
Wer den vollständigen Datensatz braucht, lädt das Manifest herunter. Der
Knopf „Manifest herunterladen“ steht auf der Ergebniskarte unter „Technische
Details“ und erscheint nur, wenn die Datei ein Manifest trägt. Die heruntergeladene Datei trägt den Namen der
geprüften ohne deren Endung, dafür mit .c2pa-manifest.json — aus photo.jpg
wird photo.c2pa-manifest.json. Darin stehen Kette, Angaben und Prüfergebnisse.
Bei einem Asset in der Bibliothek
In der Bibliothek ist die Kette ein Knopf und keine automatische Anzeige: „Herkunftsdetails anzeigen“. Er erscheint erst, wenn die Prüfung des Assets abgeschlossen ist.
Wo er steht, hängt davon ab, ob sich das Asset bearbeiten lässt. Bei einer Datei mit Editor liegt er nicht auf der Seite, sondern im Dialog „Technische Informationen“, den der Knopf „Technische Details“ in der Kopfzeile des Editors öffnet; dort unten, unter der Überschrift „Herkunftskette“. Bei einem reinen Prüf-Asset — einem Format, das sich prüfen, aber nicht bearbeiten lässt — steht er direkt auf der Seite.
Dauert das Lesen zu lange, endet es mit „Die Prüfung dauert ungewöhnlich lange. Bitte erneut versuchen.“
Zwei Antworten sehen ähnlich aus und sind es nicht:
- „Diese Datei enthält kein C2PA-Manifest.“ — es ist keines da.
- „Ein C2PA-Manifest ist vorhanden, aber die Herkunftskette konnte nicht gelesen werden.“ — es ist eines da, und das Lesen ist gescheitert.
Manifeste außerhalb der Datei
Der Standard erlaubt, das Manifest nicht in die Datei zu legen, sondern nur einen Verweis darauf. Eine Datei, deren Manifest nur unter einer Adresse liegt, wird gelesen, als trüge sie keines. Solche Dateien sind selten.